Dr. med. Gerhard Rejmanowski -- Facharzt für HNO

Behinderte Nasenatmung

Liegt die Ursache einer behinderten Nasenatmung an deutlich zu großen Nasenmuscheln (Nasenschwellkörpern) und haben konservative Maßnahmen mit rezeptpflichtigen Nasensprays keine Besserung gebracht, ist die Verkleinerung der unteren Nasenmuscheln Mittel der Wahl.

Die risikoärmste Methode ist dabei die sogenannte Radiofreqeunzconchotomie. Dabei wird unter örtlicher Betäubung eine feine Sonde in die unteren Nasenmuscheln eingeführt. Über die Sonde wird dosierte Energie zugeführt. Diese Energiezufuhr erwärmt den Behandlungsbereich, wodurch körpereigene Immunprozesse gestartet werden.

Dieser absichtlich hervorgerufene, natürliche Heilungsprozess führt so zu einer Verkleinerung der unteren Nasenmuscheln. Nachdem die verkleinernde Wirkung eingesetzt hat, kann die Luft wieder freier durch die Nase strömen. Der endgültige Zustand ist häufig nach drei Wochen erreicht. Da die Behandlung völlig schmerzfrei sein sollte, lege ich zu Beginn der Behandlung Betäubungswatte in die Nase, die mindestens 30 min einwirken sollte. Der gesamte kleine Eingriff erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung und die Muschelbehandlung selbst dauert nur wenige Minuten. Danach kann der Patient sofort und selbstständig die Praxis verlassen. Eine nachoperative Erholungszeit mit Krankschreibung oder gar der Aufenthalt in einer Klinik ist üblicherweise nicht nötig!

Welche Nebenwirkungen sind bei Nasenatmungsbehinderung zu erwarten?

Nach dem Eingriff kommt es einige Tage zu Wundsekretionsabsonderungen (Fibrinbildung) der Nasenschleimhaut, weshalb die Nase mit Salbe und Pflegspray nachbehandelt werden muss.
Diese Absonderungen sind individuell sehr unterschiedlich. Grundsätzlich sollte mindestens einmal eine Nachkontrolle in der Praxis mit Absaugen von überschüssigem Nasensekret erfolgen. Danach wird das weitere Vorgehen abgesprochen. Grundsätzlich ist ein Vorteil dieser Methode die Möglichkeit der Behandlung in lokaler Betäubung. Das Risiko einer Nachblutung ist durch diese Behandlungsmethode nicht von Relevanz.

Ein wichtiger Vorteil dieser speziellen Behandlungsmethode mittel Radiofrequenz ist die sehr häufig sofort einsetzende Besserung der Nasenatmung, weil durch die Methode ein Effekt in der Tiefe der Nasenmuschel gelingt und im Gewebe eine sofortige Volumenreduktion erfolgt. Dies ist bei anderen Behandlungsmethoden, vor allem mittels Laser, häufig nicht so. Auch ist die Fibrinbildung mittels Radiofrequenzbehandlung in den nächsten Wochen häufig deutlich geringer als bei einer Behandlung mit Laser.